Focusing
Ich fühlte mich seltsam leicht, frei und heiter, als ob ich eine alte Last losgeworden wäre.
Gleichzeitig brachte dieser Shift das Ende einer jahrelangen Migräne.
Marilyn Ferguson
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Wer kennt es nicht – das komische, kaum benennbare Gefühl in uns, wenn etwas unklar ist? Meist subtil, kaum wahrnehmbar, manchmal jedoch auch stark – richtig unangenehm.
Eugene Gendlin hat diesem unfassbaren Etwas einen Namen gegeben. Felt Sense – der Gefühlte Sinn.
Der Felt Sense enthält nicht nur unser ganz spezifisches Problem, sondern auch die Richtung zu dessen Lösung. Egal welcher Art das Anliegen, – Focusing kann uns wichtige Schritte zur Lösung vermitteln. Jeder dieser Schritte kann wiederum gespürt und damit auf Stimmigkeit geprüft werden.
Zum Beispiel: Ein Klient bekommt in seiner alten Firma ein neues Stellenangebot. Alles sieht sehr attraktiv aus – besserer Lohn, Aufstieg in der Hierarchie, Kollegen. Trotzdem bleibt ein komisches Gefühl – wie ein leichtes Abschnüren im Hals. Beim Focusieren zeigt sich schliesslich ein starkes Bedürfnis nach Kreativität, das angesichts des Pflichtenhefts des neuen Jobs in Bedrängnis gerät. Am Ende der Stunde ist deutlich: Nein, da braucht es was anderes.
Ein anderer Klient klagt über unbestimmte Bauchschmerzen, die ihn seit Längerem plagen. Medizinische Abklärungen ergaben keinerlei Befund. Das Focusing zeigte auf ein Problem in seiner Liebesbeziehung, welches er bisher als scheinbar unwesentlich verdrängt hatte. Er entschliesst sich jetzt, mit seiner Partnerin zusammen ein Therapiegespräch zu vereinbaren.